Die Regensburger Lokalpolitik zeichnet sich seit letztem Jahr durch ein paar Facetten aus, die sogar überregionale Aufmerksamkeit auf sich zieht. Das Ergebnis der Stadtratswahlen hat Hans Schaidinger und seine CSU mit Joachim "Wolli" Wollbergs und seiner SPD zusammengeheiratet. Für Wollbergs sprang sogar ein neuer Posten heraus, der des "Dritten Bürgermeister". Seither ist er in fast jeder Ausgabe meiner Lieblings-Regional-Zeitung abgebildet. Als offizieller Verteter der Stadt bei Goldenen und Diamantenen Hochzeiten, 90. oder 100. Geburtstagen usw. schüttelt er freundlich Hände und lächelt in Pressekameras.
Ich kenne SPD-Wähler, die bei der Kommunalwahl die SPD nicht gewählt haben, eben weil sie mit Wolli Wollbergs und seiner Politik nicht zu frieden sind. (Sind das dann eigentlich noch SPD-Wähler?) Wie die das wohl finden, dass Wollbergs jetzt auch noch mit diesem Amt belohnt wird, obwohl er fast 5% Stimmenverlust im Vergleich zur Vorwahl eingefahren hat?
Und nochmal zurück zu den mannigfaltigen Aufgaben, die man als Repräsentant der Stadt Regensburg hat. Früher ist nämlich Hans Schaidunger zu den oben genannten Terminen geeilt. War das auch Thema der Koalitionsgespräche, gab's vielleicht sogar Streit drum?
Hansi: "Wolli, wenn Du Bürgermeister werden willst, dann musst ab jetzt Du zu den alten Leuten hingehen, ich hab da keine Lust mehr ..."
Oder wars eher umgekehrt: "Hansi, pass auf, ich mach's mit Euch in der Koalition, aber nur wenn ich zum Gratulieren raus darf, ich bin doch auch so gern in der Zeitung."
Sonntag, 25. Mai 2008
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