Als ich gestern aus dem Haus gegangen bin, da lief ich förmlich gegen die erste von zwei Wänden. Es war so feucht, trocken und schwül wie in einem Hamam, ich war total erschlagen. Da hatte ich schon eine gewisse Ahnung, wie der Abend in der Alten Mälzerei so wird. Denn: Ich war auf dem Weg zum Konzert von Tito & Tarantula.(Wer jetzt denkt "Wer issn das, die kenn ich nicht..." sollte sich mal kurz das anschauen. Dann ist alles wieder klar, oder?)
Die zweite Wand, gegen die ich also lief, befand sich dann ziemlich genau auf Höhe der Eingangstür in die Mälze. Es kam mir so vor, als sollten die Bierchen an diesem Abend gar nicht wirken, da der Alkohol schneller ausgeschwitzt als resorbiert würde. Soviel zum Klima.
So richtig wusste ich eigentlich nicht, was mich erwartet, da ich nur vom Hören-Sagen die Band kannte. Aber: Drei Gitarren, ein Schlagzeug, der Einsatz von Melodieinstrumenten nur im äußersten Notfall, das konnte letztlich gar nicht sooo schlecht sein.
Der Sänger hat mich übrigens sehr an einen der DJs aus der No.7-Bar erinnert. Solange er die große Sonnebrille aufhatte. Und nett war er. Auf den Publikums-Zuruf "Hau ab Du dreckiges Arschloch" bedankte er sich mit "Thank you very much!" ?!? Wäre ihm in den Staaten sicher nicht passiert.
Die Musik rockte, war laut, lässig, manchmal sogar bluesig. Salma Hayek war nicht zu sehen, auch kein guter Ersatz greifbar. Eye-Candy: Die Bassistin mit der Austrahlung eines Eisbergs, die durch ihre stylische 50er-Jahre-Pony-Frisur verschärft wirkte.
Kurz vor Mitternacht machte sich der Alkohol dann doch bemerkbar: Mit letzten Kräften kritzelte ich mir vorm Bettgehen noch ein paar Worte auf die Hand, die mir in dem Moment zu wichtig erschienen, als dass ich sie am nächsten Morgen in aller Eile vergessen durfte:
"Vor Arbeit Duschen!"

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