Das Schlimmste was einem passieren kann, wenn man mit fünf Freunden mit dem Zug nach Berlin fahren will? Zehn Minuten vor Abfahrt feststellen, dass man das gemeinsame Ticket anscheinend doch zuhause vergessen hat.Wie kann man nur das wichtigste Dokument, das man an so einem Tag braucht, und von dem auch noch die Mitfahrer abhängig sind, wie kann man das nur zuhause vergessen? Es war tatsächlich nach dem Aufstehen das erste was ich gamcht hatte: Ticket in Tasche. Leider hab ich auch Flasche in Tasche. Flasche nicht ganz zu, Sachen nass, Ticket aus Wassertasche gerettet, und dann nach Trockenlegung liegen gelassen. Wenn es schon so losgehen würde, wie sollte der Rest dann noch werden?
Zum Glück weicht die Realität von Killer-Videospielen stark ab. In GTA4 wäre ich nur fürs zuspät kommen ... naja, lassen wir das. Die netten Mitfahrer nahmens locker und gelassen. Ein Bierchen verkürzt die Wartezeit. Mit einer Stunde Verspätung gings dann endlich los, ab ins große Abenteuer.Mit der Unterkunft hatten wir einen echten Glücksgriff gemacht. Alles schön eingerichtet (Handtücher, Bettbezüge, Wandbilder: alles orange), hell und geräumig. Das Baugerüst außen störte kaum, der Berliner arbeitet anscheinend nicht so früh. Strategisch günstig im Grenzgebiet zwischen Mitte und Prenzlauer Berg.
Wenn sechs verschiedene Leute gemeinsam aufbrechen, dann ist es eigentlich ganz natürlich, dass es total verschiedene Ansichten, Vorstellungen und Wünsche gibt. Deshalb wurde bereits recht bald der Gruppenzwang aufgebrochen, und am letzten Tag ging sogar jeder seinen eigenen Weg. Um so schöner wars dann, wenn wir uns abends alle wieder in unserer Stammkneipe zum Ratschen und Trinken getroffen haben.
Berlin hat so unendlich viel zu bieten, dass einem fast schwindlig werden kann. Die meisten Tourisachen haben wir schon abgeklappert: Potsdamer Platz, Curry-Wurst essen, Brandenburger Tor, Friedrichstraße, Kreuzberg, Prenzlauer Berg, Kulturbrauerei, KdW, Neue Nationalgalerie, Holocaust-Denkmal, Dussmann Haus der Kultur, und und und.Richtig gefährlich ist es nie geworden. Soll man vielleicht einfach mal dazu sagen. Man hört und liest ja immer jede Woche davon. Dazu waren wir einfach in den falschen (oder richtigen) Vierteln unterwegs. Sonntag nachmittag war i
ch zusammen mit Helena in Neukölln unterwegs, einem der beiden Problem-Kieze Berlins. Du fährst 20 Minuten mit der U-Bahn und bist praktisch in einer komplett anderen Stadt. Schon allein vom Straßenbild her. Echte Parallelwelten. In Prenzlauer Berg spielen beinahe schon Kinder auf der Straße, und Neukölln denkst Du da steht der Drogendealer Deines Vertrauens an der Ecke. Die meisten Leute, denen wir begegnet sind, machten auf mich den offensichtlichen Endruck, als hätten sie mindestens ein Problem, wenn nicht mehrere. Und modische Probleme meine ich damit nicht, eher schon: Probleme finanzieller Art, sprachlicher Art, familiärer Art, gesundheitlicher Art, drogentechnischer Art. Menschen vom schächeren Ende der Gesellschaft in solch einer hohen Konzentration, kein Wunder dass es hier öfter mal knallt.
An und für sich sind die Berliner aber schon sehr okay. Berliner Schnauze hatten wir auch des öfteren erlebt. So zum Beispiel die Bedienung im Weltempfaenger beim Abrechnen: "So, mit wem fang ich an? Erstmal mit Dir, Du bist ja auch am wenigsten betrunken!" Frecheit, Beleidigung. Ein anderes Beispiel (kolportiert von Mr. Smith) war der Raucher, der im Freien von Nachbarn zum Nichtrauchen aufgefordert wurde und nur mürrisch erwiderte: "Nichtraucher ist auch im Sommer drinnen!"
Letztendlich habe ich die fünf Tage in Berlin sehr genossen. Und wie eine leckere Curry-Wurst war auch dieser Genuss viel zu schnell vorbei. Das letzte Handicap war nur noch die Heimfahrt, meine guten Freunde waren mittlerweile misstrauisch genug, ob ich nicht auch noch die Rückfahrkarte versemmeln würde. Auch ein regelmäßiger Ticket-Check alle zehn Minuten ("Guck mal, iss noch da!") erweiterte das Vertrauen nicht. Hat dann doch geklappt, nur meine Lieblingsmütze, die muss mir beim letzten Ticket-Check im Bahnhof aus der Tasche gefallen sein. Um die ist's schon ein bisschen schade. Die hol ich mir vielleicht im August wieder zurück.
1 Kommentar:
I WEI? WER DA IM HINTERGRUND ZU SEHEN IST
AHAHAHAHAAH ICH ERKENNE EUCH ALLE
wobei ich ne dicke beschwerde hab.. nach berlin schafft ihr es zu kommen aber zu mir kleinen ausgewanderten deutschen nicht..
pfffffffffffffffffff
ghängt ghört ihr dafür ..
PFUI schämt euch!
na wartet dieses wochenende bin ich in regensburg da machich euch die hölle heiß!!!!!!!!!
Kommentar veröffentlichen