Mittwoch, 8. Juli 2009

Extremisten auf dem Vormarsch

Ich habe lange suchen müssen, bis ich auf meiner Reise tatsächlich auf Extremisten vom äußeren politischen Spektrum aufmerksam geworden bin. In Berlin habe mehr durch Zufall ihre Zentrale gefunden und habe mutig diese Aufnahme gemacht.


Es überrascht nicht sonderlich, dass gerade in der Provinz die Idee von "gluten-freien Zonen" auf besonders fruchtbaren Boden fallen, wie dieses Beweisfoto aus Ueckermünde nahe der polnischen Grenze belegt. Die ahnungslose Touristen haben gar keine Vorstellung, in welcher Gefahr sie sich eigentlich befinden.

Das kann man sich heute eigentlich gar nicht mehr vorstellen

Am Berliner Alexanderplatz ist noch bis 14.November die open-air Ausstellung zu "20 Jahre Mauerfall". Sehr sehenswert! Neben ganz viel schlimmer End-80er-Jahre Mode (Frisuren, Klamotten und Brillen zum Wegglaufen) kann man sich sehr detailliert nochmal die damals ablaufenden Ereignisse in Erinnerung rufen.

Vieles von dem, was damals passiert ist, hatte ich bereits auch wieder vergessen: Wahlbetrug im Mai89, Friedensdemonstrationen, Ausreise über die Grüne Grenze, Sonderzüge über DDR-Gebiete, Stasi-Gewalt, die zum Zerreissen geladene Spannung im Land, die Vernichtung von Stasi-Akten und die mutige Besetzung von Stasizentralen, der "Runde Tisch", erste Freie Wahlen etc.

Man findet auch etliche politisch aktive Personen von damals wieder (die zum Großteil alle in der Versenkung verschwunden sind). Einer von diesen, also den unter den vielen zu sehen, das hatte mich überrascht: Jan Josef Liefers.

Samstag, 4. Juli 2009

Gedanken eines Campers

Ich bin etwas verwundert, wie viele ältere Menschen heutzutage campen. Oder anders ausgedrückt: bis auf ein weiteres Päarchen sind keine Leute um die 30 zu finden. Und dazwischen klafft eine große Alterslücke.

Versteh das nicht ganz, denn soweit ich mich erinnere war das vor 10 Jahren noch anders. Schließlich ist es im Sommer eigentlich eine preisgünstige Alternative, zusammen mit Frühstück haben mich zwei Übernachtungen weniger als 20 Euro gekostet. Seltsam.

Gibt es eigentlich Sonnencreme, in der Mückenabwehr integriert ist?

Es gibt hier erstaunlich wenige blutsaugende Mücken, wenn man beachtet dass man sich auf einer „Seenplatte“ befindet.

Ich habe heute eine Radtour mit geliehenem Rad gemacht. Dabei habe ich zu meiner Überraschung tatsächlich die Kohl'schen „Blühenden Landschaften“ gefunden: In Rapsfeldern wachsen Mohn, Kornblume und Kamille.

Vorgestern Abend im Gasthaus „Wald-Eck“: Ich habe die Wahl zwischen einem Platz auf der Terrasse mit Proleten-Familie als Tischnachbarn, oder einem Platz im Inneren und Beschallung mit Renter-Musik. Habe mich für Drinnen und NDR-1 entschieden, damit laufe ich nicht Gefahr, dass meine Missachtung durch Schläge quittiert wird.

Neu dazugelernt: „Zigeneuer-Schnitzel“ unterliegt regionaler Interpretation. Hier in Mecklenburg handelt es sich um ein paniertes Schweineschnitzel, auf dem klein geschnittene Bockwurst aufliegt, die zuvor mit Zwiebel, ein bisschen Paprika und einer Art „süß-sauer“ Soße in der Pfanne gebraten wird. Fett on Top of Fett. Und ich hab's eigentlich nur wegen der Kroketten bestellt.

Im „Wald-Eck“ (wirklich versteckt) hatte ich Null Handy-Empfang. Gestern Abend im Hotelrestaurant sogar UMTS. Beide Lokale liegen nur 100m von einander entfernt. Seltsam.

Nachfrage beim Campingpersonal hat ergeben: Die Mücken sind zur Zeit deshalb kaum da, weil es in den letzten Wochen zu trocken war. Dafür kamen sie bereits im warmen April in Heerscharen.

Dabei fällt mir noch ein Nachtrag zu Stendal ein: Das ist die Stadt, die mit den geringsten Niederschlag in ganz Deutschland hat.

Ich habe noch immer keine Nazis gefunden. Eigentlich bin ich der einzige der hier mit ganz kurzen Haaren rumläuft.

Nächste Station: Berlin. Nach fünf Tagen Provinz brauch ich mal wieder was "gescheites".

Donnerstag, 2. Juli 2009

Luther regt sich auf

Von Stendal (war übrigens Hansestadt) aus geht’s zur Mecklenburgischen Seeplatte, bewusst über Landstraße und kleine Orte. Wer die Route verfolgen will: Stendal- Wittenberge - Bad Wilsnack - Havelberg - Bad Wilsnack - Neuruppin - Rheinsberg - Canow.

Sobald man durch ewig lange Alleen fährt weiß man: man befindet sich in Brandenburg. Spezielle Hinweisschilder warnen vor den Gefahren wild umherspringender Bäume, die im schlimmsten Falle auch für Autos nicht Platz machen wollen.

Auf der Reise begegnet mir immer wieder auch Regensburg in der einen oder anderen Form. Das erste mal in der Stephanskirche in Tangermünde (auch Hansestadt). Deren Restaurierung wurde/wird aus dem gleichen Denkmalschutztopf finanziert, mit dem auch die Arbeiten an der alten Kapelle in Regensburg bezahlt werden. Und nebenbei auch noch ein anderes Projekt in Plön, einem weiteren geplanten Etappe.

Das zweite Mal dann in Bad Wilsnack, einem ehemaligen Wallfahrtsort. Angeblich sollen bei einem Kirchenbrand im 12. Jhdt. drei Hostien unbeschadet das Feuer überlebt haben. Durch dieses Blutswunder (die Hostien waren mit rot verkrustetem Blut überzigen) wurde Wilsnack zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Pilger konnten sich sogenannte Blutsorden kaufen, als Beweis der erfolgreichen Wallfahrt. Der Handel mit und um die Blutsorden gewann über die Jahre rapiden Schwung, Wallfahrten wurden zu einem einträglichen Wirtschaftszweig. Zeitweise bestand der ganze Ort nur aus Wirtshäusern, um die ganzen Pilgerströme unterzubringen.

Luther schließlich prangerte diese Scharlatanerie und die damit verbundene finanzielle Ausbeutung der Gläubigen an. Es gab noch mehrere solcher Auswüchse wie in Wilsnack, und Luther nannte in einem Text auch explizit Regensburg. (Zur Erinnerung: das komplette jüdische Viertel wurde damals in Rgbg platt gemacht, an dessen Stelle wurde auf dem heutigen Neupfarrplatz die Neupfarrkirche gebaut bzw. geplant. Diese neugebaute, ursprünglich katholische Neupfarrkirche wurde von der bald zum Protestantismus gewechselten Stadt Regensburg evangelisch gemacht.) Letztlich führte der schamlose Ablasshandel schließlich zur Glaubensspaltung und zur Reformation. Wie sehr doch alles miteinander verbunden ist.

Soviel zum Exkurs in die Vergangenheit. Mittlerweile sind mir drei Dinge abhanden gekommen:
1.) Akkuladegerät für die Kamera; wohl schon in Leipzig verloren.
2.) Schlüssel für meine erste Unterkunft in Stendal. Da kam noch eine kleine Extrabelastung auf mich zu
3.) Die Orientierung, als ich wegen einer unerwarteten Baustelle eine Abkürzung durch die Felder gesucht habe, anstatt der ausgeschilderten Umleitung zu folgen. Trotz GPS hatte diese Abkürzung gut 45 Minuten gedauert.

Meine Unterkunft in Canow gehört Bodo Straubel, einem ehemaligen Radprofi aus der DDR. Ich habe das Saunazimmer bekommen, und es riecht aromatisch angenehm nach Fichtenholz und ätherischen Ölen.

Als Lektüre für die erste Woche lese ich mich durch „Aufstand der Jungen“ von Wolfgang Gründinger. Es bietet eine fundierte Einführung darin, wie unsere Staatsfinanzen funktionieren, wie der Generationenvertrag zu verstehen ist, worin das eigentliche Problem der vermeintlichen „Überalterung“ besteht, und welche Vorteile die Umlagefinanzierung von Renten gegenüber einer kapitalbasierten Finanzierung hat.

Morgen gehts weiter an die Mecklenburgische Seenplatte, und dann ist erstmal Camping angesagt.

Dienstag, 30. Juni 2009

Michael, Stendal und der Streit

Ich höre auf der Fahrt nach Stendal Michael Jackson's "History", zwei Stunden lang singt, steppt und johlt er aus den Lautsprechern. Manchmal bekomme ich Gänsehaut, und das liegt nicht nur an der Klimaanlage. Wo sind die Stars von heute im Musik-Business, die so unverhohlene Gutmenschenlieder wie "Man in the Mirror" oder den Earth-Song zum Besten geben? Wie war das damals? Zigtausende singen alle gemeinsam auf einem Konzert "Heal the World", und keiner kommt sich dabei komisch vor? Heutzutage fast unvorstellbar.

Stendal ist nett, angenehm, norddeutsch - zumindest für meine süddeutsch-bayrischen Augen. Das Stadtbild ist geprägt von einem baulichen Dreiklang, der sich am besten so beschreiben lässt: Backstein-Fachwerk-Ruine, Backstein-Fachwerk-Ruine, ... . Was auffällt: Die Stadt ist eher weitläufig angelegt, mit viel Platz zwischen den Häusern, ganz anders als man es von den verwinkelten Gassen und eng zusammengepferchten Häusern der Regensburger Altstadt kennt. Vieles erinnert mich rein architektomisch z.B. an Riga, eine Stadt die ebenfalls in der Hanse war. Man merkt, wie stark kulturell verbunden der nordeuropäische Raum um Ost- und Nordsee einmal war.

Die Stadt liegt übrigens (für den, der es noch nicht weiß) in Sachsen-Anhalt, dem selbsternannten "Land der Früh-Aufsteher", wie man auf den Schildern an der Autobahn lesen kann. Land der Frühaufsteher? Klar, weil jeder zwei Stunden zur Arbeit fahren muss, oder?

Im Supermarkt werde ich Zeuge einer Auseinandersetzung zwischen zwei Frauen. Es dringen Worte wie "Nutte", "Schlampe" und "Fotzenfrau" an meine zarten, unschuldigen Öhrchen. Eine Edeka-Frau geht dazwischen und versucht zu schlichten. Vergebens. Ich sehe: Eine der beiden Kontrahentinnen ist einen Kopf größer als ich, hat nur noch die Hälfte der Zähne, aber einen Bartwuchs der meinem in nichts nachsteht. Ich habe den Eindruck, sie weiß wie man kämpft. Und sie ruft "Ich warte dann schon mal draußen".

Ich hatte mir Stendal als erste Station ausgesucht, weil nach meinen Berechnungen Stendal diejenige Stadt in Deutschland ist, die, in welche Richtung man auch immer fährt, am weitesten von einer Autobahn entfernt ist. Leider haben sich ein paar Fehler in die Berechung eingeschlichen (sinus und cosinus verwechselt, außerdem nach gregorianischem Kalender gerechnet), und wie ich jetzt weiß, gebührt der Titel "autobahntechnisch am meisten abgeschnitten vom Rest der Republik" der Stadt Salzwedel. Dort ist's sicher auch schön.

Landschaftlich gefällt es mir hier gut. Zwar alles sehr flach, aber die Weitläufigkeit ist angenehm. Und beim satten, warmen Abendlicht kommt fast italienisches Flair auf. Die Natur wuchert sehr üppig. Brachliegende Felder und Wiesen und alter Baumbestand (richtig knorrig und verwachsen) entlang der Straßen verstärken den Eindruck, man befinde sich ganz woanders.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Caramba ... Caracho ... Ohje!


Neulich beim Bahnhof. Dieses Überholmanöver ging wohl etwas daneben.

"Huch, war da was vor mir? Wo kommt denn der Bus plötzlich her?"

Man spürt noch die Wucht, mit der sich das Auto in den Bus bohrt.

Rechts vor Links zu beachten lohnt sich.

(Es ist nicht mein Auto! Keiner der Beteiligten wurde ernsthaft verletzt.)

Fällt jemandem dazu noch mehr ein?

Samstag, 6. Juni 2009

Muffins are Friends! Not Food!

Gestern war Poetry Slam in der alten Mälze - leider zum letzten Mal in dieser Saison, den nächsten gibts erst wieder im Oktober. Für mich aber war's das erste Mal, dass ich mir das hier angesehen habe. Der Laden war rappel voll, das hatte ich nicht erwartet. Die Stimmung war super, die meisten der "Poeten" wirklich klasse, ein rundum gelungener und saukomischer Abend.

Kein Wunder, die Organisatoren überlassen das wohl auch nicht ganz dem Zufall. Neben drei Slammern aus Regensburg, die sich kurz zuvor erst angemeldet hatten, waren einige Szenegrößen aus Süddeutschland angereist. Was auffällt: es tummeln sich viele Frauen auf diesen Slam-Bühnen. Zum Beispiel Frau Wortwahl aus Nürnberg, die auf ihremT-Shirt das sympathische Statement "Muffins are Friends! Not Food!" zum Besten gab.

Vielleicht ein paar Worte, worum's bei einem Poetry Slam eigentlich geht. Ein paar Mutige stellen sich nacheinander auf eine Bühne, und versuchen die Gunst des Publikums durch ihre Texte für sich zu gewinnen. Die Regeln für einen Auftritt sind einfach:
- maximal 5 Minuten sprechen
- kein Gesang (höchstens als Zitat)
- keine Utensilien, keine Instrumente, keine Hilfsmittel
- und nur eigene Texte vortragen.
Zu guter Letzt entscheidet (je nach Veranstalter) eine Jury oder das Publikum (per Applaus) wer in die Endrunde kommt und dann Sieger des Slams wird. Ausgebuht wird niemand, denn wer buht der hat von dann an sieben Jahre Pech.

Gewonnen hat den Poetry Salam gestern Harry Kienzler, und zwar mit diesen Texten über seinen Traum und seine Angst (je 5 Minuten). Schaut Euch das mal an, dann bekommt ihr auch ne Vorstellung davon, wie es da so zugeht.

Wer mehr wissen will, hier Links zu mySlam bzw. zum Programm vom 5.6.09 in Regensburg. Die Bilder sind von der Münchner Westend Kiezmeisterschaft (18.April 2009); oben Deef vor Publikum; unten Bumillo, der dort ebenfalls aufgetreten war.

Party Electronica

Schon bei der Ankunft am Frankfurter Bahnhof merkt man, dass man in der Stadt angekommen ist, in der Geld gedruckt wird. Für drei dürre Teigteilchen (mein Abendessen) verlagt die Verkäufern des Bahnhofbäckers fast 7 Euro - und das in der Happy Hour zwischen 21.00 und 22.00 Uhr. Somit sollte klar sein, ich bin in nicht in Frankfurt an der Oder angekommen.

Die Wohnungseinweihungsparty eines Freundes (der nebenbei auch mit Gelddrucken beschäftigt ist) führt mich und eine Handvoll weiterer Leute in die Metropole am Main. Samstags verbringe ich die Zeit mit einem Spaziergang am Main und über die Zeil. Abends beginnt dann die Party, die perfekt organisiert ist. Knapp 20 Gäste machen sich her über:

- Garnelen- und Hühnchenspieße (vom Grill!)
- Melonen und Schinken
- Bowle und Sekt
- Gin Tonic und Campari-Orange
- Curry-Ingwer-Suppe und Nudelsalat
- Cola und Apfelsaft
- Bier und Daiquiris

Die Partymeute ist gut gemischt: Studenten und Banker, Softwareingenieure und Chemiker, Franken und Pfälzer, Bayern und Dresdner. Alle sind angenehm nett, witzig und offen. Die knapp 20 Leute verteilen sich über das weitläufige Wohnzimmer (was mein späteres Schlafzimmer sein wird, Schlafsack ist dabei) und den geräumigen Südbalkon.

Es scheint, als wären die meisten Leute hier technischen Spielereien nicht abgeneigt. Eine ganze Armada von iPods und iPhones sorgt dafür, dass immer die richtige Musik läuft. Als die Stimmung gegen 2.00 Uhr morgens etwas abzuflauen droht bringt das (man will's kaum glauben) unterm Schrank versteckte Wii Balance Board wieder Schwung in die mittlerweile vom Alk etwas geschwächten Sofahocker. Später wird zu Mario Kart gewechselt, und plötzlich holen einige Gäste auch noch ihre mitgebrachten Wii Wheels hervor.

Wer denkt das wäre der Tod der Party gewesen, der irrt. Ganz im Gegenteil. Es ging bis kurz vor 5.00 Uhr. Und wäre sicher noch länger so weitergegangen, wenn ich nicht die letzten Gäste etwas ruppig aus der Wohnung komplimentiert hätte mit der Aufforderung, doch endlich aus meinem Schlafzimmer (dem Wohnzimmer) zu verschwinden. Aber das kann jetzt auch im Nachhinein von den anderen erfunden worden sein. Daran erinnern kann ich mich jedenfalls nicht.

Unterzeichner Nr. 114043

Der Bundestag bietet die Möglichkeit, sich online über aktuell laufende Petitionen zu informieren und auch nach einer kurzen, einfachen Registrierung durch "Unterschrift" zu unterstützen. Die momentan wohl bekannteste und meist diskutierte ist die von Franziska Heine, die sich gegen die Sperrung und Zensur des Internets durch das BKA ausspricht.

Kein einfaches Thema, das ist klar, da es an ein so aufwühlendes Themen gekoppelt ist wie in diesem Fall. Wer will, kann sich bei diesen Artikeln aus der Zeit und dem Spiegel schlau machen, die kontroverse Stadtpunkte vertreten.

Danach sollte man sich fragen, was die Internetsperren wirklich bringen. Wer denkt, dass Ursula von der Leyens Vorstoß besser wieder im Schreibtisch verschwinden sollte, der sollte dann ebenfalls unterzeichnen. Denn ich denke, die vielleicht guten Absichten werden durch diese Maßnahmen nicht erreicht; kein unschuldiges Schicksal wird damit verhindert, solange man nicht aktiv an die Wurzel des Übels geht; doch das wäre der richtigere Weg.

Mittwoch, 27. Mai 2009

Wählen Gehen!

Auch wenn's im Juni schwer fallen mag: trotzdem Wählen gehen! In München habe ich dieses Wahlplakat entdeckt. Für soviel Ehrlichkeit im Europa-Wahlkampf sollte man die CSU belohnen.

Sportpark Altstadt

Oberbürgermeister Schaidunger hat endlich umgesetzt, wofür Mountainbiker seit Jahren auf die Straße gehen: Der erste Trail mitten durch die Innenstadt, mit raffinierten Schikanen wie Schlammlöchern, Baustellenfahrzeugen und unbedarften Passanten, die es im Slalom zu umrunden gibt. Genial.



Faul im Mai

Ich geb's zu, im Mai war ich recht faul. Zumindest was das Bloggen angeht. Aber ist der Mai nicht dazu da???

Hier aber ein paar Dinge, die mich in den letzten drei Wochen vom Schreiben abgehalten haben, und nein, es ist kein neues Videospiel und keine neue DVD-Serien-Box, sondern ... man mag's kaum glauben, ganz klassisch Bücher:


Wer Krimi und Thriller mag, der soll unbedingt mal in eines dieser Bücher von Simon Beckett reinschnuppern. Nicht umsonst war das erste Buch "Chemie des Todes" 2006 Bestseller.



Mittlerweile gibt es bereits drei Bände um seinen Helden "David Hunter". Sie sind so fesselnd, lebendig, spannend, plastisch und eindrücklich geschrieben, dass ich alle drei Bände innnerhalb von zwei Wochen lesen musste. Sie haben mich einfach verschlungen.

Ich kann sie nur wärmstens empfehlen. Nebenbei lernt man auch ein paar Fakten über das Leben nach dem Tod, und das aus nicht-religiöser Sicht. Chemie-Kurs ist nicht notwendig. Nur ein unempfindlicher Magen.

Zusätzlich habe ich noch diese Lektüre nachgeholt, wo ich schon mal drinnen war im Lesefluss: Illuminati.

Das Sakrileg (The Da-Vinci-Code) fand ich 2004 super. Im Vergleich dazu ist Illuminati etwas zu lang und braucht eine gewisse Zeit bis das Tempo an Rasanz gewinnt. Aber im Mittelteil ebenfalls unheimlich spannend und mit einigen Überraschungen. Über den Nutzen von Antimaterie will ich mich nicht weiter äußern und betrachte das mal als das Fantasy-Element im Roman.

Mittwoch, 6. Mai 2009

Wohin in Freiburg?

Freiburg ist eine super Stadt, hier ein paar Empfehlungen, falls Ihr jemals hierher kommt:

- Das Café Kolanda (Kaiser-Joseph-Str. 233 79098 Freiburg)
Gleich neben dem Ludwigstor mitten in der Innenstadt findet sich dieses traditionelle Kaffee, bei dem hausgemachte Leckereien zu perfektem Koffeinkrönungen in eigenwilliger Atmosphäre serviert werden. Einfach mal anschaun, ist wie das Opera in Regensburg. Nicht vom Schild mit Mohr irritieren lassen.

- Schlappen (Löwenstr. 2, 79098 Freiburg‎)
Diese sehr bekannte Kneipe gleich zwei Ecken weiter ist bei Jung und Alt beliebt; für Touristen und Einheimische erste Anlaufstelle und sollte man zumindest mal gesehen haben.

- Schachtel (Adelhauser Str. 7, 79098 Freiburg)
Hier gibst feines Astra-Pils! Und Tannzäpfle. Mehr sag ich dazu nicht.

- Disko im Keller (Grünwälderstraße)
Mitten in der Altstadt in einer Seitengasse ist diese Keller-Disko versteckt. Selbst Samstags kein Eintritt, nicht übervoll, mit nett gemischtem Publikum. Musik wird aus den Siebzigern und Achtzigern gespielt (Funk, Soul, Alternativ, New Wave, Pop, und der junge Micheal Jackson), also abseits vom üblichen Charts- und House-Einerlei. Anschaun!

Sweet Cuisine <-> Kaffeelotte

Für alle die es noch nicht mitbekommen haben, der versteckte Geheimtipp "Sweet Cuisine" ist eine Gasse (Untere Bachgasse) weitergezogen, hat sich vergrößert und sich einen neuen Namen gegeben. Qualität von Kuchen, Schokolade und Kaffee ist gleich geblieben.

Preisfrage: Welches Logo einer großen, amerikanischen Café-Kette lässt sich in dem der Kaffelotte wiedererkennen? Na? Na? Na!

Samstag, 2. Mai 2009

Tausche Regens- gegen Frei-Burg

Die Schlagzeilen der Woche: "Klinsi geht - Schweinegrippe kommt". Einer der ersten Grippekranken war auch gleich in der Uni-Klinik behandelt, da spürte ich bereits die Grippe förmlich an meine Haustür klopfen. Zeit zum Abtauchen ins idyllische Freiburg.

Untergekommen bin ich bei meinem alten Uni-Mitstreiter W., dessen Wohnung im Süden der Stadt liegt, dem "Quartier Vauban". Von zwei Balkonen aus (Ost- und Westseite) kann man das Treiben im jüngsten aller Stadtviertel Freiburgs beobachten. Das ehemalige Kasernenviertel wurde zu einem nahezu autofreien Stadtviertel umgebaut. Zwischen den bunten Häusern (bei deren Baustil man an LEGO denken muss) wuchert viel grüne Natur. Auf vielen Dächern stehen schräg geneigt, grauen Schieferplatten gleich die Solarflächen. Fast alle Häuser sind nach energiearmen Standards gebaut.

Horden von Kindern spielen auf den vielen gepflegten Rasen und verkehrsberuhigten Straßen im Freien, tollen herum und lärmen. Unverantwortlich. Wer denkt an alle die alten Rentner und Studenten, die sich tagsüber ausschlafen müssen. Ach, Moment, die gibt es hier ja gar nicht. Das Vauban ist ein eigener Kosmos für sich.

Der Taxifahrer, der mich vom Bahnhof zu W. bringen sollte, meinte nur lapidar, dass er sich dort nicht auskenne, und ich müsste ihm dann zeigen, wo genau meine Straße wäre. "Das wurde erst nach meiner Prüfung gebaut, und die ganzen Namen, die lerne ich nicht mehr. Die sind ja auch alle so lange. Und manchmal weiß man auch gar nicht wer das war. Also, Marie Curie, die sagt mir schon noch was. Aber wer war Kurt-Tucholsky?" Aha.

Jedenfalls dachte ich mir, das wäre doch ideal für ihn heute noch was dazuzulernen, auch mit Mitte 50. Leider habe ich mich verschätzt, oder meinen Chauffeur überschätzt. Denn wie es der Zufall wollte sollte genau dieses Taxi 8 Stunden später uns am Ende der Party wieder nach Hause fahren - und der Fahrer konnte sich partout nicht weder an mich, noch an unser Gespräch, geschweige den genauen Weg erinnern. Frustrierend.

Zur schon erwähnten Party musste ich alleine hinfinden, denn W. war bereits mit koreanischen Freunden zuvor dorthin aufgebrochen. Ich fand bei der Adresse ein Haus, dessen Fenster im ersten Stock mit roten Aufklebern zugeklebt waren, auf denen "1-2-3-Erotik" stand. Konnte das mein Ziel sein?

Nicht ganz, denn die Party war im Haus gegenüber, in dem in allen drei Stockwerken WGs waren. Und auch das Motto lautete anders: "Studienabschluss- Hurra!". So tummelten sich auf allen drei Stockwerken verteilt ca. 150 Leute Mitte Zwanzig. Je nach Geschmack fand sich für jeden was: im Erdgeschoss spielte eine Gruppe Spanier Gitarre (laut), im ersten Stock gab’s Indie und Rock (lauter), im obersten Stock letztlich Reggae und Electro/Dance (noch mal lauter). Im verwinkelten Gässle halte es wunderbar nach aufgeregtem Geschwätz und brummenden Bässen. Ich holte mir ein Bier, begab mich zu meinen Freunden und wartete auf die Polizei, die unweigerlich irgendwann kommen musste.

Um 5:10 Uhr gaben wir das Warten auf. Hatten viele Leute getroffen, viel getrunken und getanzt. Erschöpft suchten wir ein Taxi, Ergebnis siehe oben. Wir nahmen sogar noch jemanden mit, der gar nicht zu uns gehörte, aber schon völlig entnervt war, weil er seit einer haben Stunde vergeblich ein Taxi haben wollte und keins vorbeikam. Er begleitete uns Richtung Süden in die Vauban, von wo es auch dann für ihn nach Hause ging. Etwas blöd war, dass er komplett entgegensetzt wohnte und deshalb doppelte Strecke zahlen musste. Aber so konnte er ein wenig der 37.000 Euro, die er im Lotto gewonnen hatte, bereits sinnvoll investieren.

Dienstag, 21. April 2009

Vergangenheitsbearbeitung

Hey, wer erinnert sich noch an diese Aktion?


Ich habe von der Lesung drei Video-CDs, die ein Kollege damals gemacht hat. Jetzt habe ich sie zufällig beim Osterputz wiedergefunden, leider lassen sie sich nicht mehr lesen.

Vielleicht zu alt? Vielleicht weil "overburned"? Weiß wer Rat? Wie kann ich die Daten retten? Hat jemand noch ein altes Laufwerk in seinem PC, mit dem es funktionieren könnte?

Donnerstag, 16. April 2009

Mein erstes Mal: Kunst kaufen

Vor ein paar Wochen, beim Frühstücken im Café Lila, fallen mir die neu ausgestellten Bilder im Lokal auf. Und ich hatte mich sofort in einige von ihnen verliebt. Gleich am Tag drauf habe ich ein paar gekauft, es war ein "Erstes Mal Tag": Kunst kaufen.

Seitdem standen sie jetzt in der Wohnung, weil ich nicht viel Lust hatte, sie aufzuhängen. Denn sowas ist bei einem Altbau eine echte Tortur. Es braucht doppelt soviele Nägel und dreimal so viel Geduld als in so einem schicken Neubau. Zentimetergroße Steine im Putz und Wände aus Stahlbeton, der vom Bunkerbau übrig geblieben ist, lassen einem verrückt werden. Ich wage es nur alle drei Jahre mal wieder Nägel in die Wand zu schlagen.

Aber letztlich sieht so das Ergebnis aus. Sie passen wunderbar in Room2. Hier kann man mehr Arbeiten von den Künstlern der groupoften sehen. Reinklicken lohnt sich. Kaufen auch.

Montag, 13. April 2009

Mein Ostern

9.00 Uhr: Aufstehen, Frühstücken. Grüße die Sonne, sie grinst zurück. Ostern, das sind Feiertage mit ganz viel Familie. Ich bügle meine besten T-Shirts, möchte mal einen guten Eindruck hinterlassen.

10:00 Uhr: Habe am Samstag beim großen Osterputz alte Mix-CDs gefunden; seit 2004 gab's jeden Sommer mindestens eine. Macht supergute Laune beim Autofahren übers lichtdurchflutete Land.

11:00 Uhr: Die Familie trudelt bei meinen Eltern ein, samt Nichte und Neffe. Ich lerne: "Ostern ist besser als Weihnachten, da muss man nicht so lange brav sein." (Th., 8 Jahre) Wann war ich eigentlich das letzte mal "brav"?

13:00 Uhr: Die Kleinen suchen im Garten nach Eiern und Schokolade. Neben dem Osterhasen ist in diesem Jahr der Zwerg wieder zurückgekehrt, den wir als Kinder vor Jahren hinter der Scheune erstochen haben. Manchmal holt einem die Vergangenheit wieder ein.
Meine Nichte zeigt sich vom Zombi-Zwerg aber wenig beeindruckt. Köpfe den Zwombi als alle wieder im Haus sind, um ihn zu endgültig zu erlösen. Ruhe seiner Seele - und meiner.

15:00 Uhr: Lese ein Buch im Garten und arbeite an meinem ersten Sonnenbrand im Jahr. Stehe unter Zugzwang, denn Mr. H hat an Karfreitag schon gut vorgelegt. Beneide ihn um seine Krebsfarbe.

17:00 Uhr: Abfahrt zurück nach Regensburg. Reiche Ausbeute: Osterlamm, Schinken, Schokolade, und sogar ein Marzipan-Ei! Und das alles ohne brav zu sein. Ostern ist echt einfacher als Weihnachten.


Sonntag, 12. April 2009

Freitag, 10. April 2009

Sonntag, 5. April 2009

Spring Shirt

So kommt der Frühling in die Welt. Holt Euch neue Klamotten, in der Zikade!

Lektionen in Marketing

Der Sommer treibt die Menschen aus den Wohnungen ins Freie. Wer einen Balkon hat kann von Glück reden. Die 3Raum-WG hat nämlich keinen. Umso mehr habe ich mich über die Einladung zur Eröffnung des "Cafe Domblick" gefreut: "Am Freitag bei mir zuhause, auf dem Balkon, mit lecker Waffeln".

Klingt ja super. Werfe mich also in Schale. Wundere mich schon, wie man vom Galgenberg aus Domblick haben kann. Komme an. Der Balkon ist im zweiten Stock der Zugangsbereich zu den einzelnen Wohneinheiten. Domblick gibts nur ausm Schlafzimmerfenster, wenn man sich weit nach rechts lehnt. Aber die Waffeln (und der Kaffee) waren super! Und die Gäste auch.

Dennoch hatte ich eine etwas andere Ewartung. Ich bin Opfer von erfolgreichem Marketing geworden -- ohne es zu bereuen.