Montag, 30. März 2009

Mitbewohni

Eigentlich hätte dieser Text am Anfang nach der großen WG-Blog-Pause stehen sollen. So als Einstimmung. Und als Erklärung, warum es wieder weitergeht. Aber so gab's jetzt zwei Monaten Probezeit, und ich kann jetzt ein paar mehr Worte zum neuen Mitbewohner verlieren.

Anfang Februar stand Y-K vor der Tür, zusammen mit drei Koffern, in denen sich hauptsächlich Winterklamotten(!) befanden. Anscheinend hatte der harte deutsche Januar 2009 es auch in die Nachrichten im Fernen Osten geschafft. Wo Y-K genau herkommt, das habe ich mal ganz subtil in einem der Bilder versteckt, mehr will ich nicht dazu sagen. (Der Witz daran ist, dass er um die halbe Welt reist, nur im keine zehn Meter vor der Haustüre eine Sushi-Bar mit wohlklingenden Namen seiner Heimatstadt vorzufinden.)

Eine Woche später kamen dann nochmal zwei riesige Pakete, mit noch mehr Winterklamotten, sowie einem 3-Kilo-Sack Reis und einem Reiskocher. Was auch bitter nötig war, da alle Cornflakes (es gibt auch Mega-1kg-Packungen!) bis dahin aufgegessen waren. Der Reiskocher ist auch die fundamentalste Neuerungen in der WG.

Aber die ganze Winterunterwäsche hatte nicht viel genutzt, denn Y-K hatte es dann nochmal schwer erwischt: Ende lag er mit einer ne Grippe flach. Ich vermute aber, dass es sich um eine aus Japan eingescheppte Variante mit vier Wochen Inkubationszeit handelte; ich lag nämlich vier Wochen nach Y-K krank im Bett.

Bis auf ein Bett und ein Nachtkästchen war nix in Y-K's Zimmer, weshalb es am Anfang eher einer Zelle glich als einem gemütlichen Zuhause. Weitere Unterschiede zum Knast:

- Kloschüssel ist nicht mit auf dem Zimmer, sondern seperat im Bad.
- Er kann gehen und kommen wann er will (sogar ohne Abmeldung!).
- Essen wird nicht durch einen kleinen Schlitz geliefert.

Mittlerweile hat sich die Möblierung noch etwas erweitert, um zwei IKEA-Klappstühle, eine rollbare Kleiderstange und einen wunderschönen blauen Schreibtisch. Vielen Dank an alle Freunde, die hier was beigesteuert haben. Auch ein schöner großer Schrank war angeboten, aber der war Y-K einfach zu groß. Ich fand ja das Orange ganz nett, aber ich denke Y-K hatte Angst, dass ihn der Schrank nachts auffrisst oder beim Umfallen erschlägt.

Zu guter Letzt noch ein Wort zu Y-K's Deutschkenntnissen: Es mag ja ein wenig understatement dabei sein, oder auch falsche Bescheidenheit, wenn er behauptet er kann kaum Deutsch. Aber lasst Euch nicht täuschen, denn sein Deutsch sehr gut: gepflegte Konversation ist in jedem Fall möglich. Also nutzt die Gelegenheit und bringt Y-K auch noch Flüche und unflätige Ausdrücke bei, schließlich soll er von seinem Deutschlandaufenthalt was mit nach Hause nehmen.

Thekentanz


So wird im Jalapenos nach 1:00 Uhr gefeuert und gefeiert. Für Brandlöcher keine Gewähr.

Donnerstag, 26. März 2009

Säcke

Jeden zweiten Mittwoch kommt die Post. Und holt den Müll. Schön recycliert.

Aschebesche

Im Wettbewerb um das sinnloseste Geschenk des Jahres geht der erste Platz an Mama P. aus München. Dieser trashige Ash-Tray passt super in unsere rauchfreie WG, als Versteck für Kaugummis, Münzenfalle für Kleingeld, alternatives Percussion-Instrument, Drogenversteck ... Vielen Dank dafür, er bekommt einen Ehrenplatz in Room2.

Montag, 16. März 2009

Es geht weiter (GTA4)


... auch wenn man manchmal nass wird.

Aus dem Kochstudio

Vorher:

Nachher:

Sonntag, 8. März 2009

Zeugen gesucht

Gestern habe ich einen Brief mit sehr besorgtem Tonfall bekommen. Aus seiner Verantwortung als Zeuge Jehovas heraus wollte Hr. G. mich unbedingt erreichen, vor allem in Zeiten in denen man "ständig von Krieg, Verbrechen und Terrorismus" liest. (Endlich interessiert sich mal jemand dafür, wie es mir wirklich geht.)

"Wollte Gott, dass mein Leben und das der anderen so so aussieht?" Die Antwort dazu gibt's in der Bibel, und meine neuen Freunde würden mir gerne dabei helfen, sie in all den vielen Seiten der Bibel auch zu finden. Sonntags und Mittwochs, wahlweise.

Ich hatte mich schon gefragt, was nur aus den guten alten Zeugen Jehova's geworden ist, die von Haus zu Haus und Tür zu Tür gegangen sind, um Menschen mit ihrem Besuch zu erfreuen. Es gibt sie anscheinend immer noch, nur haben sie Probleme, alleinstehende Berufstätige persönlich anzutreffen. Deshalb ein Brief - wie vorgestrig. Ich frage mich wann die mir mal eine e-Mail schreiben?

Liebe Z.J.'s: Leider habe ich schon bei einer anderen Organisation unterschreiben, die sich auch um meine Seele kümmert, nämlich bei der römisch-katholischen Kirche. Mal ehrlich, rekrutiersungsmäßign sind die Katholiken echt besser organisiert, da könntet Ihr Zeugen Jehovas echt noch was lernen. Die Taufe ist geniale für diese Zwecke. Obwohl ... wenn ich drüber nachdenke, fühle ich mich ein wenig der Wahlfreiheit beraubt ...

Mittwoch, 4. März 2009