Anfang Februar stand Y-K vor der Tür, zusammen mit drei Koffern, in denen sich hauptsächlich Winterklamotten(!) befanden. Anscheinend hatte der harte deutsche Januar 2009 es auch in die Nachrichten im Fernen Osten geschafft. Wo Y-K genau herkommt, das habe ich mal ganz subtil in einem der Bilder versteckt, mehr will ich nicht dazu sagen. (Der Witz daran ist, dass er um die halbe Welt reist, nur im keine zehn Meter vor der Haustüre eine Sushi-Bar mit wohlklingenden Namen seiner Heimatstadt vorzufinden.)
Eine Woche später kamen dann nochmal zwei riesige Pakete, mit noch mehr Winterklamotten, sowie einem 3-Kilo-Sack Reis und einem Reiskocher. Was auch bitter nötig war, da alle Cornflakes (es gibt auch Mega-1kg-Packungen!) bis dahin aufgegessen waren. Der Reiskocher ist auch die fundamentalste Neuerungen in der WG.Aber die ganze Winterunterwäsche hatte nicht viel genutzt, denn Y-K hatte es dann nochmal schwer erwischt: Ende lag er mit einer ne Grippe flach. Ich vermute aber, dass es sich um eine aus Japan eingescheppte Variante mit vier Wochen Inkubationszeit handelte; ich lag nämlich vier Wochen nach Y-K krank im Bett.
Bis auf ein Bett und ein Nachtkästchen war nix in Y-K's Zimmer, weshalb es am Anfang eher einer Zelle glich als einem gemütlichen Zuhause. Weitere Unterschiede zum Knast:
- Kloschüssel ist nicht mit auf dem Zimmer, sondern seperat im Bad.
- Er kann gehen und kommen wann er will (sogar ohne Abmeldung!).
- Essen wird nicht durch einen kleinen Schlitz geliefert.
Mittlerweile hat sich die Möblierung noch etwas erweitert, um zwei IKEA-Klappstühle, eine rollbare Kleiderstange und einen wunderschönen blauen Schreibtisch. Vielen Dank an alle Freunde, die hier was beigesteuert haben. Auch ein schöner großer Schrank war angeboten, aber der war Y-K einfach zu groß. Ich fand ja das Orange ganz nett, aber ich denke Y-K hatte Angst, dass ihn der Schrank nachts auffrisst oder beim Umfallen erschlägt.
Zu guter Letzt noch ein Wort zu Y-K's Deutschkenntnissen: Es mag ja ein wenig understatement dabei sein, oder auch falsche Bescheidenheit, wenn er behauptet er kann kaum Deutsch. Aber lasst Euch nicht täuschen, denn sein Deutsch sehr gut: gepflegte Konversation ist in jedem Fall möglich. Also nutzt die Gelegenheit und bringt Y-K auch noch Flüche und unflätige Ausdrücke bei, schließlich soll er von seinem Deutschlandaufenthalt was mit nach Hause nehmen.





