Mittwoch, 19. Mai 2010

Neulich am Domplatz

Wer reitet so spät durch Sturm und Nacht,
und verschwindet gleich mit ganzer Pracht?


Der König ist umgezogen, ganz gegen seinen Willen. Wo er früher ungestört inmitten grüner Parkanlagen den Lauf des Lebens beobachten konnte, muss er jetzt Tag ein, Tag aus den steinernen Dom anstarren. Und muss den ganzen Tag still stehen, damit die Welterbe-Touristen ihn knipsen können.

Und diese wiederum fliegen alle heim nach Japan und werden erzählen vom wunderschönen Dom, der von König Ludwig erbaut wurde, und der Steinernen Brücke, die der König errichtet hat, und dem immerwährenden Reichstag, den der König aufgelöst hat.

Ein Umzug, der nicht unnötiger hätte sein können.

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